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Lauschliste v1.0, Instagram und sechs fremde User

2026-06-12
5 min Lesezeit

Im letzten Artikel hatte ich noch ein bisschen Panik geschoben: Maria hatte sich registriert, meine Frau hatte berechtigtes Feedback zum User-Flow gegeben – und ich saß zwischen "schnell rausschieben" und "ordentlich machen" fest. Eine perfekte Mischung 😅

Also habe ich mich rangesetzt und das gemacht, was ich eigentlich von Anfang an hätte machen sollen: Lauschliste so umbauen, dass auch ein Gast ohne technisches Vorwissen klarkommt.

Am 29. Mai war es dann soweit: v1.0.0 ist live gegangen. Kein pre-alpha, kein "schnell wegen Facebook-Button deployed", sondern ein Stand, hinter dem ich ehrlich stehen kann. Was bei v1.0.0 nicht der Fall war und noch weitere Deployments notwendig waren.

Seitdem rolle ich im Sekundentakt Patch-Releases nach – aktuell bin ich bei v1.12.3. Das ist halt der Vorteil, wenn das Release komplett automatisiert über GitHub Actions läuft: Ich pushe einen Commit mit feat: oder fix: und der Rest passiert von alleine. DX wie sie sein soll. 👌🏼

Das Killer-Feature von v1: der Tonie-Katalog

Das mit Abstand größte Feature von v1 ist der neue Tonie-Katalog. Vorher gab es eine normale SQL-Suche über die Tonie-Datenbank – solange ich nur Titel und Serie indiziert habe, ging das noch. Als ich Beschreibungen dazugepackt habe, wurde die Suche aber spürbar träge.

Also habe ich einen richtigen Katalog gebaut, inklusive Typesense als Suchindex. Und ich muss sagen: Das Ding ist rasend schnell. Tippst du einen Buchstaben, ist das Ergebnis schon da, bevor der Finger die Taste wieder verlässt. Die Art von Suche, bei der man nicht aufs Laden wartet – nur eben selbst gehostet im eigenen Compose-Stack 🚀

Dazu kommen Facetten für alles, was bei Tonies wichtig ist: Serie, Altersempfehlung, Verfügbarkeit. Filter klicken, URL aktualisiert sich, Ergebnisse sind sofort da – kein Spinner, kein Full-Page-Reload, einfach (nahezu) instant.

Da merkt man immer erst, wie viel UX eine gute Suche bringen kann. Ich klicke selbst regelmäßig im Katalog rum, nur weil es Spaß macht 😅

Instagram – das neue Land

Mit v1.0 im Rücken habe ich mir vorgenommen, das Ding auch tatsächlich Menschen zu zeigen, die nicht zufällig über Google stolpern. Also: Instagram-Account aufgesetzt (@lauschliste_de) und am 7. Juni die ersten Posts rausgehauen.

Das war deutlich anstrengender als jeder Deploy. Code pushen ist easy – Posts basteln, in dem man sein eigenes Projekt anpreist, ist eine ganz andere Hausnummer. Aber irgendwo muss man ja anfangen, sonst bleibt man der Entwickler, der ein hübsches Produkt baut, das niemand sieht.

Die Tonie-Community auf Instagram ist riesig. Es gibt unzählige Eltern-Accounts, die ihre Tonie-Regale fotografieren, Reviews schreiben und sich über neue Releases austauschen. Genau meine Zielgruppe – und sie ist da, ich muss sie nur erreichen.

Sechs unbekannte User ♥️

Und dann das, worauf ich eigentlich seit Maria gewartet habe: Sechs neue User, die ich nicht kenne. Niemand aus der Familie, niemand vom Bekanntenkreis. Sechs Menschen, die einfach so über Suche oder Empfehlung gelandet sind und sich registriert haben.

Klingt nach wenig, ist aber für mich ein riesiger Meilenstein. Bei den ersten Usern hat man immer das mulmige Gefühl: "Funktioniert die Registrierung wirklich? Kommt die Verifizierungs-Mail durch? Verstehen die überhaupt, was sie hier sollen?" Und jedes Mal, wenn ich in der Admin-UI einen neuen Eintrag sehe, geht innerlich ein kleines Feuerwerk los 🎆

Kleiner Reality-Check: 6 User in zwei Wochen ist natürlich kein Hockey-Stick-Wachstum. Aber jeder dieser User hat sich aktiv für Lauschliste entschieden, ohne dass ich sie persönlich kenne. Das ist Validierung, die man durch kein Family-and-Friends-Beta ersetzen kann.

Was sich seit v1.0 alles getan hat

Zwischen v1.0 und jetzt liegen über 30 Releases. Ein paar Highlights, an die ich mich noch erinnere:

  • Marketing-Broadcasts: Über die Admin-UI kann ich jetzt gezielte E-Mails rausschicken – z.B. für neue Tonies, Gewinnspiele oder Ratgeber-Artikel.
  • Birthday-Reminders: Cronjob, der 7–14 Tage vor dem Kindergeburtstag eine sanfte Erinnerung an die Eltern schickt: "Hey, eure Wunschliste könnte einen Refresh vertragen."
  • Ratgeber-Bereich: Markdown-basierte Artikel rund um Tonies, Familien-Themen und natürlich SEO-Futter – inklusive Pins auf Pinterest.
  • Tonie-Sync-Pipeline: Rund 700 Einträge, regelmäßig automatisch aktualisiert – der Katalog bleibt aktuell, ohne dass ich Hand anlegen muss.
  • KI-Datenanreicherung: Fehlende Beschreibungen und Cover-Tags kommen über Osmia AI – damit der Katalog nicht nur schnell, sondern auch vollständig durchsuchbar ist.

Was als Nächstes kommt

Die nächsten Wochen will ich vor allem organisch wachsen: Instagram füttern, Ratgeber-Artikel rausschieben und schauen, was die User mit dem Tool eigentlich anstellen.

Irgendwann findet man immer noch etwas, das man optimieren könnte – aber nach gut 100 Stunden im Projekt brauche ich erstmal Umsatz, nicht Features. Eine mobile App kommt jetzt erstmal nicht dran; dafür müssen erstmal 10.000 € reinkommen, bevor ich wieder Wochenenden damit verbringe, am falschen Ende zu polieren 😂

Und andere Projekte habe ich ja auch noch im Kopf, die angefangen und weitergemacht werden müssen 😅


Lauschliste ist jetzt offiziell ein eigenes Projekt im Portfolio – damit ist es neben Laravel Ingest das zweite richtige Side-Project, das es aus der "Idee im Kopf"-Phase in die echte Welt geschafft hat.

Schaltet auch beim nächsten Mal wieder ein, wenn es heißt: Wie Lauschliste hoffentlich nicht nur sechs, sondern sechzig fremde User hat – oder warum ich plötzlich doch wieder PDFs generiere. 🚀

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